BSW-Fraktion Brandenburg

PM: „Wir halten schließlich auch eine Feuerwehr vor, obwohl es nicht jeden Tag brennt“

Potsdam, 18.09.2026 – Zur Landtagsdebatte über die drohende Schließung der Geburtshilfe und Gynäkologie am Krankenhaus Bernau und den Antrag der BSW-Fraktion auf ein sofortiges Schließungsmoratorium für Geburtskliniken erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der BSW-Fraktion im Landtag Brandenburg, Andreas Kutsche:

„Im vierten Krankenhausplan waren noch 25 Standorte mit Geburtshilfe vorgesehen. Bereits im September 2023 waren es nur noch 22. Danach folgten weitere Schließungen beziehungsweise Entscheidungen zur Aufgabe von Standorten […]. Der neue Krankenhausplan soll zum 1. Januar 2028 in Kraft treten, wenn wir bis dahin einfach zusehen, wie weitere Geburtskliniken schließen, dann kann der neue Krankenhausplan am Ende nur noch das dokumentieren, was vorher bereits verschwunden ist. Und deshalb gehört Bernau ausdrücklich in dieses Moratorium. […]

Es geht eben nicht nur um Geburten. Mit der Geburtshilfe fällt auch die stationäre Gynäkologie weg. Ambulante Angebote können wichtig sein, aber ein medizinisches Versorgungszentrum ersetzt keine stationäre gynäkologische Versorgung und auch keinen Kreissaal. Was geschieht mit Frauen mit akuten gynäkologischen Erkrankungen? Wo werden notwendige Operationen durchgeführt? Was geschieht im gynäkologischen Notfall? Wie werden ältere oder onkologisch erkrankte Patientinnen künftig versorgt? Uns berichten Frauen aus der Region, dass ihnen genau diese Versorgungsketten nicht klar sind. […] Eine Geburtsklinik kann nicht ausschließlich danach beurteilt werden, ob sie sich in jedem Jahr betriebswirtschaftlich rechnet. Wir halten schließlich auch eine Feuerwehr vor, obwohl es nicht jeden Tag brennt.“

Pressemitteilung von BSW-Fraktion, 18.09.2026
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