BSW-Fraktion Brandenburg

PM: „Unsere Kinder können beim Lesen und Rechnen nicht bis 2028 warten!“

Potsdam, 16.09.2026 – Zur Beantwortung der Mündlichen Anfrage des BSW-Abgeordneten Falk Peschel, zu den bildungspolitischen Konsequenzen aus den aktuellen PISA- und IQB-Ergebnissen durch Bildungsminister Gordon Hoffmann, erklärt der bildungspolitische Sprecher der BSW-Fraktion im Landtag Brandenburg, Falk Peschel:

„Die Brandenburger Bildungskrise ist akut, doch die Landesregierung reagiert im Schneckentempo. Wenn verbindliche Lesezeiten erst im Schuljahr 2027/28 und das verpflichtende Rechnen sogar erst 2028/29 an allen Grundschulen ankommen sollen, ist das ein bildungspolitisches Armutszeugnis. Während immer mehr Schülerinnen und Schüler die elementaren Mindeststandards verfehlen, verschiebt das Ministerium die dringend notwendigen Konsequenzen auf die lange Bank.

Anstatt sofort entschlossen zu handeln, flieht Bildungsminister Hoffmann in digitale Dashboards und eine Projektgruppe für das Jahr 2035. Was nützen schöne Zukunftsvisionen und theoretische Konzepte, wenn Kinder heute die Grundschule verlassen, ohne richtig lesen, schreiben und rechnen zu können? Unsere Schulen und Familien können beim kleinen Einmaleins nicht noch Jahre warten, bis das Ministerium endlich in die Gänge kommt. Mit der Reanimierung von  Schulvisitationen, die  im Zuge der Entbürokratisierung und Entlastungen der Lehrkräfte vom damaligen Bildungsminister Steffen Freiberg ausgesetzt worden waren, vollzieht man im Bildungsministerium jetzt auch noch eine Rolle rückwärts. Jetzt kontrollieren wieder Lehrer andere Lehrer, anstatt dieses Potenzial an Lehrkräften für den regulären Unterricht zu nutzen. Das widerspricht der Aussage von Bildungsminister Hoffmann, dass jede Unterrichtsstunde zählt.

Wir fordern die Landesregierung auf, die Notbremse zu ziehen und die Stärkung der Basiskompetenzen sofort flächendeckend und verbindlich an allen Brandenburger Grundschulen umzusetzen – nicht erst zum Ende der Wahlperiode. Es braucht jetzt eine sofortige Priorisierung der Grundfächer Deutsch und Mathematik sowie echten, verlässlichen Unterricht vor Ort statt bürokratischer Selbstbeschäftigung und jahrelanger Pilotphasen.“

Pressemitteilung von BSW-Fraktion, 16.09.2026
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