BSW-Fraktion Brandenburg
PM: Leben retten darf kein Spezialwissen sein
Potsdam, 05.06.2026 – Zum Beschluss des Landeselternrates Brandenburg vom 3. Juni 2026 , der die verbindliche Einführung von Wiederbelebungsunterricht ab der ersten Klasse fordert, erklärt der bildungspolitische Sprecher der BSW-Fraktion im Landtag Brandenburg, Falk Peschel:
„Dass der Landeselternrat die Landesregierung erst an eine mittlerweile zwölf Jahre alte Empfehlung der Kultusministerkonferenz erinnern muss, ist ein bildungspolitisches Armutszeugnis für Brandenburg. Leben retten darf kein Spezialwissen sein, sondern muss von klein auf gelernt werden. Vier Unterrichtsstunden pro Jahr sollten möglich sein und können im Ernstfall Menschenleben retten. Das Ministerium muss den Rahmenlehrplan unverzüglich anpassen, Lehrkräfte flächendeckend qualifizieren und die Schulen unkompliziert mit dem nötigen Trainingsmaterial ausstatten. Wir als BSW-Fraktion unterstützen die Forderung des Landeselternrates vollumfänglich.“
Hintergrund
Der Landeselternrat Brandenburg hat per Beschluss die flächendeckende und verbindliche Integration von Laienreanimation in den Schulalltag gefordert. Konkret verlangt das Gremium mindestens vier Unterrichtsstunden Wiederbelebung pro Schuljahr ab der ersten Klassenstufe, eine Verankerung im Rahmenlehrplan sowie die Bereitstellung von Trainingsmaterialien. Bereits im Jahr 2014 hatte die Kultusministerkonferenz (KMK) die Einführung eines solchen Unterrichts empfohlen. In Deutschland erleiden jährlich rund 60.000 bis 70.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb von Krankenhäusern, 65% davon im häuslichen Umfeld ; frühzeitige Erste-Hilfe-Maßnahmen durch Laien können die Überlebenschancen massiv erhöhen.