BSW-Fraktion Brandenburg

PM: „Landesregierung schaut bei Rechenzentren-Wildwuchs tatenlos zu“

Potsdam, 15.06.2026 – Zur Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage mit der Drucksache 8/2972, bezüglich des massiven Ausbaus von Rechenzentren in Brandenburg, erklärt der wirtschaftspolitische Sprecher der BSW-Fraktion im Landtag Brandenburg, Stefan Roth:

Die Landesregierung gibt sich bei der Ansiedlung von Rechenzentren ahnungslos und unbeteiligt. Sie wird damit der Bedeutung, der Dynamik und den Herausforderungen, die diese Ansiedlungen für Energieinfrastruktur, Wasserhaushalt und kommunale Planung mit sich bringen, in keiner Weise gerecht. Überall schießen im Land Brandenburg Rechenzentren wie Pilze aus der Erde. Diesem Rechenzentren-Wildwuchs darf nicht tatenlos zugesehen werden: Es braucht landesseitig eine Steuerung und vor allem Transparenz bei der Ansiedlung von Rechenzentren. Die damit verbundenen Probleme und Herausforderungen dürfen landesseitig nicht allein auf die kommunale Ebene abgewälzt werden. Der Leitfaden für Kommunen ist nicht ausreichend, um den Problemen gerecht zu werden, die sich bei Strom- und Wasserversorgung oder der Sicherung von kritischer Infrastruktur für die Kommunen ergeben. Unsere Erwartung an die Landesregierung ist, dass sie die Ansiedlung von Rechenzentren im Land Brandenburg steuert, Transparenz schafft und die Kommunen bei der Bauleitplanung unterstützt, statt achselzuckend dem Wildwuchs zuzusehen.“

 

 

Hintergrund:

Der Bedarf an Rechenleistung steigt durch Anwendungen wie Künstliche Intelligenz (KI) rasant an. Das Bundeskabinett hat im März 2026 eine nationale Strategie beschlossen, um die Kapazitäten bis 2030 mindestens zu verdoppeln. Auch in Brandenburg sind Großprojekte im Bau oder in Planung – darunter ein 200-Megawatt-Campus in Nauen sowie das europaweit größte Vorhaben auf 144 Hektar in Freyenstein, gegen das sich massiver lokaler Protest formiert. Die Landesregierung verfügt laut eigener Auskunft über keine statistischen Gesamtzahlen zu den Verbräuchen und sieht sich derzeit nicht in der Pflicht, steuernde Instrumente wie ein landesweites Flächenkataster aufzubauen. Die Antwort der Landesregierung finden Sie im Anhang.

Pressemitteilung von BSW-Fraktion, 15.06.2026
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