BSW-Fraktion Brandenburg
PM: Indische Gurken nach Brandenburg? – Landesregierung wischt berechtigte Sorgen leichtfertig weg
Potsdam, 20.02.2026 – Die Europäische Union und Indien haben im Januar 2026 ein umfassendes Freihandelsabkommen (FTA) abgeschlossen, welches Ende 2026 / Anfang 2027 in Kraft treten soll. Gestern debattierte der Ausschuss für Europaangelegenheiten und Entwicklungspolitik im Landtag Brandenburg über mögliche Auswirkungen auf unser Bundesland.
Gunnar Lehmann, europa- und agrarpolitischer Sprecher der BSW-Fraktion im Landtag Brandenburg, erklärt hierzu: „Die EU hat zwar einige Agrarerzeugnisse wie Rind- und Hühnerfleisch von der Liberalisierung ausgenommen. Allerdings hat sie zugleich begrenzte Zollkontingente für den Import bestimmter Produkte aus Indien geöffnet, darunter Tafeltrauben, Gurken, Trockenzwiebeln und Rum. Die Berichte der Landesregierung in der heutigen Ausschusssitzung offenbarten, dass die Höhe dieser Kontingente noch nicht endgültig feststeht und verhandelt wird. Zugleich wischte sie die berechtigte Sorge in Bezug auf negative Auswirkungen auf unsere heimischen Gurkenanbauer leichtfertig weg. Das ist unverantwortlich!“
Lehmann weiter: „Brandenburg ist Gurkenland. Insbesondere der Spreewald ist untrennbar mit der Gurke verbunden und gilt als eines der bedeutendsten Gurkenanbaugebiete Deutschlands. Eine Liberalisierung der Gurkenimporte aus Indien kann sich also negativ auf unser Bundesland auswirken. Statt einseitig auf die vermeintlichen oder tatsächlichen Chancen des Freihandelsabkommens zu verweisen, sollte die Landesregierung also auch diese Bedenken im Blick haben und ihre Stimme in Berlin und Brüssel nutzen, um auf einen wirksamen Schutz unserer Gurkenanbauer hinzuwirken.“