BSW-Fraktion Brandenburg
PM: „Entscheidungen gegen den Rat der Fachleute gehen auf Kosten unserer Kinder“
Potsdam, 07.09.2026 – Zu den aktuellen Berichten über die Kritik des Potsdamer Kreisschulbeirates an der Abschaffung des Grundschulgutachtens erklärt der bildungspolitische Sprecher der BSW-Fraktion im Landtag Brandenburg, Falk Peschel:
„Die deutliche Kritik aus der Praxis bestätigt genau das, wovor wir als BSW-Fraktion von Anfang an gewarnt haben: Die Abschaffung des Grundschulgutachtens verringert keinen Stress, sondern schadet den Schülerinnen und Schülern. Ihnen wird die Chance genommen, beim Übergang auf die weiterführende Schule ganzheitlich mit ihren individuellen Kompetenzen und Talenten gesehen zu werden.
Wer gegen den einhelligen Rat der Fachleute – sogar gegen den der eigenen Sachverständigen – am grünen Tisch entscheidet, ignoriert die Realität an unseren Schulen auf Kosten unserer Kinder. Die Koalition muss diesen bildungspolitischen Irrweg korrigieren: Das Grundschulgutachten gehört nicht ersatzlos gestrichen, sondern muss als verlässliche Orientierung für Kinder und Eltern erhalten bleiben.“
Hintergrund
In einem Artikel des Tagesspiegels vom 07.09.2026 hatte der Vorsitzende des Kreisschulbeirates Potsdam die Reform scharf kritisiert: Der Stress für Eltern und Kinder werde durch das neue Verfahren keineswegs reduziert; die Kinder verlören vielmehr, weil sie durch den Wegfall des Gutachtens nicht mehr ganzheitlich mit ihren Kompetenzen betrachtet werden könnten.
Bereits am 15.01.2026 hatte im Landtag Brandenburg eine Expertenanhörung zum Bürokratieabbau im Bildungswesen stattgefunden. Darin sprachen sich alle geladenen Sachverständigen dafür aus, das Grundschulgutachten beim Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe I beizubehalten. Trotz dieser einhelligen Fachmeinung beschloss der Landtag am 28.01.2026 mit den Stimmen der Koalition im „Artikelgesetz zur Steigerung der Effizienz und zum Abbau von Bürokratie im Bildungswesen“ das Aus für das Grundschulgutachten – gegen das Votum und den entsprechenden Änderungsantrag der BSW-Fraktion.