BSW-Fraktion Brandenburg
PM: Drohende Abschaffung der Zuschläge für die Organspende-Beratung durch Hausärztinnen und Hausärzte dringend vermeiden
Potsdam, 05.06.2026 – Am Samstag wird bundesweit der Tag der Organspende unter dem Motto „Zeit, Zeichen zu setzen“ begangen. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) spendeten in Brandenburg im Jahr 2025 insgesamt 20 Menschen nach ihrem Tod Organe, im Jahr zuvor waren es 12.
Hierzu erklärt Andreas Kutsche, gesundheitspolitischer Sprecher der BSW-Fraktion im Landtag Brandenburg: „Die gestiegene Zahl der Organspenderinnen und Organspender in Brandenburg ist erfreulich. Dennoch warten bundesweit weiterhin mehr als 8.200 Menschen auf ein lebensrettendes Organ. Ich denke, viele Bürger stehen einer Organspende grundsätzlich offen gegenüber, sind aber verunsichert und haben Fragen. Deshalb brauchen wir mehr Aufklärung und Beratung – nicht weniger! Umso absurder ist der Plan der Bundesregierung, die Zuschläge für die Organspende-Beratung durch Hausärztinnen und Hausärzte zu streichen. Wer mehr Organspenden fordert, darf nicht gleichzeitig bei Information und Beratung kürzen. Das ist gesundheitspolitisch widersprüchlich und ein weiteres Beispiel dafür, wie diese Bundesregierung soziale und gesundheitliche Leistungen zusammenstreicht, ohne die fatalen Folgen für die Menschen ernsthaft zu bedenken.
Dass sich der Gesundheitsausschuss des Bundesrates gegen die Streichung ausgesprochen hat, ist richtig. Die BSW-Fraktion fordert die Landesregierung auf, ihren Einfluss in Berlin geltend zu machen und diesen Irrweg zu stoppen. Gesundheitsminister Wilke darf sich nicht mit beschönigenden Ausschussreden begnügen, sondern muss innerhalb der eigenen politischen Reihen konsequent dafür sorgen, dass diese Kürzungspläne vom Tisch kommen. Wer die Zahl der Organspenden erhöhen will, muss die Aufklärung stärken statt sie kaputtzusparen.“
Hintergrund:
Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz der Bundesregierung sieht vor, die bisher gesondert vergütete Organspende-Beratung durch Hausärztinnen und Hausärzte ersatzlos zu streichen. Für die BSW-Fraktion steht das im direkten Widerspruch zum Ziel, die Zahl der Organspenden in Deutschland zu erhöhen.