BSW-Fraktion Brandenburg
PM: „Dieser Atlas dokumentiert die politische Vernachlässigung ganzer Regionen“
Potsdam, 23.09.2026 – Zu den Ergebnissen des neuen „Gesundheitsatlas Herzinsuffizienz“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), der deutliche regionale Ungleichheiten bei Herzerkrankungen in Brandenburg offenbart, erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der BSW-Fraktion im Landtag Brandenburg, Andreas Kutsche:
„Dieser Atlas ist kein neutrales Statistikwerkzeug. Er dokumentiert die politische Vernachlässigung ganzer Regionen. Wenn Menschen in Elbe-Elster fast doppelt so häufig an Herzschwäche erkranken wie in vergleichsweise besser gestellten Kommunen, dann ist das kein Schicksal – das ist die bittere Folge jahrelanger Unterversorgung strukturschwacher Gebiete.
Der Zusammenhang zwischen sozialer Lage und Herzgesundheit ist unübersehbar. Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck und Diabetes häufen sich dort, wo Einkommen, Bildung und Beschäftigungschancen fehlen. Individuelle Appelle zu einem gesunden Lebensstil reichen da schlichtweg nicht aus: Wir müssen die Lebensbedingungen so gestalten, dass ein gesundes Leben überhaupt möglich wird – gerade dort, wo die Belastung am höchsten ist. Deshalb unterstützen wir auch ausdrücklich verbindliche Qualitätsstandards für die Verpflegung in Kitas und Schulen.
Wir fordern die Landesregierung auf, diesem Gesundheitsatlas endlich Taten folgen zu lassen: Brandenburg braucht gezielte Präventionsprogramme in sozial benachteiligten Kommunen und den zügigen Aufbau regionaler Gesundheitszentren in den am stärksten betroffenen Regionen. Die Menschen in Elbe-Elster, in Oberspreewald-Lausitz und in Brandenburg an der Havel haben das gleiche Recht auf eine chancengleiche Gesundheitsversorgung!“
Hintergrund
Der neu veröffentlichte „Gesundheitsatlas Herzinsuffizienz“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) untersucht die Verbreitung von Herzschwäche in Brandenburg. Während der landesweite Durchschnitt bei 6,5 Prozent liegt, weisen sozial benachteiligte Regionen deutlich höhere Quoten bei Einwohnern ab 30 Jahren auf: Im Landkreis Elbe-Elster liegt der Anteil bei 8,9 Prozent, in Oberspreewald-Lausitz bei 8,6 Prozent und in der kreisfreien Stadt Brandenburg an der Havel bei 8,1 Prozent. In der Landeshauptstadt Potsdam sind es vergleichsweise 5,2 Prozent. Die AOK Nordost fordert vor diesem Hintergrund konkrete Präventionsmaßnahmen, darunter verbindliche Qualitätsstandards für die Verpflegung in Kindertagesstätten und Schulen.