BSW-Fraktion Brandenburg
PM: Altersarmut steigt dramatisch – BSW-Fraktion fordert grundlegende Rentenreform
Potsdam, 09.04.2026 – „Es ist erschreckend, dass in einem der reichsten Länder der Welt so viele Rentnerinnen und Rentner von Armut betroffen sind. Mehr als 35 Jahre nach der Wiedervereinigung trifft es besonders Ostdeutsche und unter ihnen vor allem Frauen, die oft jahrzehntelang neben der Familie auch in Vollzeit gearbeitet haben“, erklärt Andreas Kutsche, sozialpolitischer Sprecher der BSW-Fraktion im Brandenburger Landtag, mit Blick auf neue Zahlen des Statistischen Bundesamts, die das BSW abgefragt hat.
Kutsche weiter: „Die Entwicklung ist alarmierend: Zwischen März 2021 und Dezember 2025 stieg die Zahl der Seniorinnen und Senioren in der Grundsicherung bundesweit um 51 Prozent, in Brandenburg sogar um 57 Prozent. In allen ostdeutschen Flächenländern liegt der Frauenanteil inzwischen bei über 50 Prozent.
Mittlerweile sind über 760.000 ältere Menschen deutschlandweit auf Sozialhilfe angewiesen. Während Milliarden in Aufrüstung fließen, geraten immer mehr Menschen im Alter in Armut. Die Lebensleistung vieler Menschen, besonders in Ostdeutschland, wird schlichtweg nicht anerkannt. Gleichzeitig verschärft die Bundesregierung das soziale Sicherungssystem kontinuierlich weiter, etwa durch härtere Sanktionen bis hin zur Streichung von Wohnkosten in der Grundsicherung. Klar ist: Ohne Kurswechsel drohen noch mehr Altersarmut und steigende Obdachlosigkeit.
Die BSW-Fraktion fordert eine grundlegende Rentenreform. Ostdeutsche Erwerbsbiografien müssen stärker berücksichtigt werden. Die Probleme liegen nicht an zu hohen Ausgaben, denn der Anteil der Rentenausgaben an der Wirtschaftsleistung ist in den letzten 20 Jahren gesunken, ebenso der Steuerzuschuss. Das heißt: Wir können uns mehr staatliche Rente leisten.
Wir wollen ein Rentensystem nach österreichischem Vorbild: Dort erhalten langjährig Versicherte im Schnitt rund 800 Euro mehr Rente im Monat, weil alle in die gesetzliche Versicherung einzahlen. Deutschland braucht eine starke gesetzliche Rente und eine solidarische Rentenkasse für alle. Nur so ist ein würdiges Leben im Alter möglich.“