BSW-Fraktion Brandenburg
O-Ton: „Wir müssen die Ausbildungsberufe im Handwerk massiv aufwerten“
Potsdam, 20.07.2026 – Stefan Roth, wirtschaftspolitischer Sprecher der BSW-Fraktion im Landtag Brandenburg, erklärt zur Meldung von über 2.000 unbesetzten Ausbildungsplätzen in Brandenburg:
„Wenn nach Umfragen jeder dritte Jugendliche nach der Schule Influencer werden möchte, aber nur 17 Prozent einen handwerklichen Beruf erlernen wollen, ist das eine massive Schieflage und ein Armutszeugnis für die gesamte Gesellschaft und unser Bildungssystem. Über 2.000 unbesetzte Lehrstellen kurz vor Ausbildungsbeginn sind ein handfestes Alarmsignal, das uns alle wachrütteln sollte. Die Politik muss Ausbildungsberufen – ganz besonders im Handwerk – endlich wieder den Stellenwert und die Wertschätzung entgegenbringen, die sie als Rückgrat unserer heimischen Wirtschaft verdienen. Dass hier in der Vergangenheit auch vonseiten der Landesregierung noch nicht die nötigen Prioritäten gesetzt wurden, um die Rahmenbedingungen der dualen Ausbildung gerade im ländlichen Raum entscheidend zu verbessern, spüren wir jetzt deutlich.
Wenn im Handwerk, am Bau und in der Logistik reihenweise Stellen leer bleiben, bedroht das langfristig die wirtschaftliche Zukunft unseres Landes. Wir brauchen eine Politik, die die duale Ausbildung und die Ausbildung in handwerklichen Berufen aufwertet und mit einem Studium gleichstellt. Dazu gehören ganz konkrete Schritte, wie eine stärkere Förderung von Azubi-Wohnheimen und die Bereitstellung eines kostenfreien Azubi-Tickets. Des Weiteren muss das Land mit einer Praktikumsprämie praxisnahe Einblicke in Handwerksberufe ermöglichen und so die berufliche Orientierung erleichtern. Außerdem müssen handwerkliche Praxis und Praktika fest, verbindlich und frühzeitig in allen Schulformen verankert werden.“